Inspiriert durch den Blogartikel „Meine Nähgeschichte: Von der Nähanfängerin zur eigenen Schnittkollektion“ von FASHIONTAMTAM habe ich meine älteren Fotos durchgesucht, um zu schauen, ob ich nicht ein paar Bilder von meinen Nähanfängen finde.
1. Wie hast du mit dem Nähen angefangen?
Im Dezember 2013, cirka ein halbes Jahr nachdem ich eine herumstehende Singer Nähmaschine hergeschenkt habe, kam die Lust zum Nähen auf.
Da meine Mama vor meiner Geburt zum Stricken begonnen hat, dürfte die Kreativität in der Familie liegen. Warum ich solange darauf gewartet habe, selbst Dinge herzustellen, kann ich leider nicht sagen.
Auf jeden Fall musste eine neue Nähmaschine her und Stoffe natürlich auch. Ich habe eine günstige Singer Nähmaschine aus einem Shop in der Nähe geholt und die ersten Stoffe und andere Nähutensilien wie z.B. Bügelbilder bei Buttinette bestellt. Dann habe ich mir diverse Nähanleitungen im Internet und auf YouTube rausgesucht und einfach nachgenäht. Auch ein paar Nähpakete von Tchibo/Eduscho habe ich mir geholt.
Eins meiner ersten Projekte war ein Wal aus einer alten Jeans. Ich hatte ja noch keine Stoffe. Über die Seite https://butterflyfish.de/diy-wal/ kommt man zur englischen Anleitung. Mein Wal sah zwar nicht so perfekt aus, wie ich gern gewollt hätte, aber auf mein erstes Projekt bin ich sehr stolz.
Auch die ersten Krawatten und meinen ersten Loop-Schal habe ich genäht.
2. Wer hat dir das Nähen gelernt?
Nachdem ich meine ersten Nähversuche hinter mir hatte, wollte ich anfangen Kleidung zu nähen.
Kleidung einkaufen ist sowieso nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Immer wieder, wenn mir was gefallen hat, fand ich es zu kurz geschnitten oder meine Hüfte war zu breit für das Teil oder an der Hüfte hat es gepasst aber obendrum war es dann zu locker. Und über Hosen einkaufen will ich gar nicht reden. Mittlerweile weiß ich wo ich sie kaufe ohne dass ich genervt aus dem Geschäft gehe, dafür zahle ich gerne ein paar Euro mehr.
Nichts desto trotz wollte ich es nun auch selber können. Aber so richtig. Die Nähhefte mit den übergroßen Schnittbögen sahen damals kompliziert aus für mich und ich habe mich über Kleidung nicht drüber getraut. Somit habe ich beschlossen mich für die Grundkurse bei der Modeakademie Sitam im Jänner 2014 anzumelden.
Hier erlernte ich das Erstellen von Grundschnitten mit der Sitam-Schablone, Grundkenntnisse im Nähen und das Anfertigen von Kleidungsstücken, später auch das Selbstentwerfen von Mode. Ich hatte super Lehrerinnen und ich denke oft an sie – vor allem, wenn es um Genauigkeit beim Schnittzeichnen und Bügeln geht. Weil das Lernen in der Gruppe und auch das Anfertigen eines eigenen Kleidungsstück so Spaß gemacht hat, habe ich dann die komplette Ausbildung dort gemacht.
Unter anderem sind folgende Kleidungsstücke entstanden:
Auch ein wunderschönes Kleid ist im Zuge der Ausbildung entstanden:
Am Freitag, den 13.09.2019, war es dann so weit. Bis zum letzten Abend vor der Show habe ich an meinen Kleidungstücken gearbeitet und zum Glück bin ich mit meinen 3 Outfits fertig geworden.
Das war meine Vision:
Das ist dabei rausgekommen:
Und hier ein Bericht von Ann Krystin
Ich bin so glücklich darüber, dass ich dabei sein durfte und konnte.
3. Was war dein erstes selbst genähtes Teil?
Ich erinnere mich vage daran, dass wir in der Volksschule im Werkunterricht ein Nachthemd genäht haben. Der Stoff war so beige-weiß.
Mein erstes Kleidungsstück, welches ich mit der Modeakademie Sitam zusammen entworfen und genäht habe war folgendes bunte langärmelige Jersey-Shirt mit Fledermausärmel. Ich liebe dieses farbenfrohe Shirt.
4. Die erste Nähmaschine?
Die erste Nähmaschine war, wie oben beschrieben, eine Singer Haushaltsnähmaschine um ca. 100 Euro. Kurz darauf habe ich mir auch noch eine Overlock W6 gekauft. Die Overlock habe ich noch heute. Die erste Nähmaschine gibt es nicht mehr.
5. Ein Schwank aus deinem Nähleben?
Das Nähen kann manchmal schon auch nervenzerrend sein. Man lernt viel aus Fehlern und versucht sie nicht nochmal zu machen. Ich habe mal falsch gezeichnet und während dem Nähen bin ich drauf gekommen. Alles auf Anfang.
Wenn mal das ganze Schnittmuster auf dem Stoff ist und du gerade alles ausschneidest und dann draufkommst, dass du gerade ein Teil zu viel weggeschnitten hast, den du unbedingt brauchst. Einen Rock-Übertritt zum Beispiel. Das ist auch nicht gerade lustig.
Jetzt kommt sicher die Frage auf, wieso man dann weitermacht?
Wenn man alle Hürden überstanden hat und das selbst gefertigte Teil in den Händen hält, dann kann man stolz auf sich sein. Denn man hat einiges dazugelernt und beim Tragen des Kleidungsstück ist die Freude groß. Bei mir zumindest.
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